Unser Leben wird immer hektischer. Wie bleiben wir bei uns selbst und lassen uns nicht krank machen?

Dieser Artikel ist ein Beitrag zu einer Blogparade zum Thema Stressabbau, zu der Melanie vom Blog „ganzwunderbar“ aufgerufen hat.

In 2013 nahm ich als Dozent an einer Fortbildung teil. Es ging um die verschiedenen Lebenswirklichkeiten der verschiedenen Altersgruppen. Idee war, dass wir uns besser in die Altersgruppen unserer Teilnehmer hinein versetzen können.

Meine Altersgruppe, um den Jahrgang 1969 herum, empfand als deutlichste Veränderung zu unserer Jugend und Ausbildungszeit, dass wir damals das Gefühl hatten, Zeit zu haben. Es musste nicht permanent die nächste Sache erledigt werden, die nächste E-Mail sofort beantwortet werden, usw. Dies empfanden wir nun, seit etwa Ende der 1990er Jahre, anders. Mehr Hektik, mehr Druck, bei Abnahme der Lebensqualität.

Ich habe mich während eines Urlaubs in Innsbruck im August 2017 entschieden, mich einfach nicht mehr von der Hektik antreiben zu lassen und Arbeit lieber in Ruhe zu erledigen. Ich halte das langfristig für den besseren Ansatz. Wenn ich deshalb keine „Karriere“ mehr machen kann, sei’s drum. Was unter „Karriere“ verkauft wird, empfinde ich größtenteils als overhyped.

Die Fragen zum Abbauen von Stress

Melanie stellt in ihrem Aufruf sieben Fragen. Davon habe ich fünf ausgewählt.

  1. Gibt es für dich Stress in deinem Leben?
  2. Man spricht von negativem und positivem Stress. Wie stehst du zu diesem Thema?
  3. Wie schaffst du es deinen Stress im Alltag zu verarbeiten?
  4. Wie stehst du zu Yoga? Hast du es schon mal ausprobiert?
  5. Warst du schon mal auf Grund von Stress richtig krank?

Frage 1: Gibt es für Dich Stress in Deinem Leben?

Läuft ein Bär durch den Wald?

Natürlich empfinde ich manchmal Stress.

Kursteilnehmer, die ich anstrengend finde, Controlling-Projekte, in denen nicht alles reibungslos funktioniert, Bauarbeiten bei der Hamburger S-Bahn mit tollen Umleitungen, seltsame Argumentationen von eBay-Kunden,…

Wenn meine geliebte Frau mich erst wochenlang behandelt wie einen alten Lappen und sich dann, nach erfolgreichem Ent-Lieben von mir trennt, finde ich das auch belastend.

Frage 2: Was sagst Du zu „positivem“ und „negativem“ Stress?

Ich bin nicht sicher, ob „Stress“ in jedem Fall der richtige Ausdruck ist.

Mitunter arbeite ich fieberhaft glühend an interessanten Aufgaben, viele Stunden und weit über meine „reguläre“ Arbeitszeit hinaus. Das ist manchmal anstrengend, aber nicht „stressig“.

Auch sportliches Training finde ich manchmal anstrengend, aber eher nicht stressig.

Stressig finde ich anstrengende Aufgaben ohne jegliche Belohnung, die mich nicht interessieren, zu denen ich aber gezwungen werde, die niemals Nutzen bringen, wie das Einzahlen in eine Rentenkasse, aus der ich keine Rente erhalten werde, oder das Bezahlen von Rundfunkgebühren für Inhalte, die ich nicht nutze.

Oder Aufgaben unter künstlich geschaffenem, unnötigem Zeitdruck. Manchmal gibt es reale Deadlines aus realen Gründen, aber oft genug wird die Hektik auch künstlich erzeugt.

Frage 3: Wie verarbeitest Du Stress im Alltag?

Krankheitssymptome sind eine Option, höhöhö…

Fluchen und Altpapier zerreißen kommt auch ganz gut.

Wenn ich dran denke, gehe ich im Wald spazieren.

Regelmäßige Dehnübungen und etwas Muskeltraining im Fitness-Studio brauche ich ebenfalls.

Eine Ernährung, die zu meinem Körpertyp passt, hilft auch. Wenig Fleisch, wenig Zucker.

Was ich im August 2017 intensiver wiederentdeckt habe ist eine Methode, über die wir hier bereits berichtet hatten, die Sedona-Methode, die mir einst von Sedona-Coach Jan See nahegelegt wurde.

Wie der Cheftrainer Hale Dwoskin es beschreibt, die Methode wird tatsächlich immer wirkungsvoller, je öfter man sie benutzt. Inzwischen finde ich die Wirkung erstaunlich stark.

Die Sedona-Methode wirkt nicht immer und nicht auf alles, aber ich finde sie bei sehr vielen Dingen sehr hilfreich. So war ich z.B. heute morgen (26.10.2017) sehr stark im Stress, wochenlanger Husten, Rückenblockade, Trennungsschmerz, und wendete einfach mal im überfüllten Bus (S-Bahn-Bauarbeiten…) die Sedona-Methode darauf an. In weniger als 20 Minuten ging es mir deutlich besser, und ein großer Teil des inneren Drucks war weg.

Die Kursteilnehmer bemerkten, dass ich deutlich weniger hustete als die ganzen letzten Wochen.

Frage 4: Wie stehst Du zu Yoga?

Wenn ich mich die letzten Tage nicht mehrmals in den Hund gehängt hätte, würde ich wohl kaum noch gehen können.

Etwa ein Jahr lang habe ich beim Iyengar-Yoga mitgemacht. Das ist eine Form, die mir sehr entgegen kommt, weil speziell Iyengar-Yoga sehr präzise ist und vor allem präzise angeleitet wird. Jede Bewegung wird exakt angesagt und beschrieben, was für einen Bewegungslegastheniker wie mich sehr unterstützend ist.

Bei mir ist alles verkürzt und verhärtet, was geht; schon deshalb muss ich mich ab und zu dehnen.

Frage 5: Warst Du schon mal wegen Stress krank?

Kommen nicht alle Krankheiten von Stress?

Auf jeden Fall in diesen Tagen (Oktober 2017) fühle ich mich aus mehreren Richtungen belastet und habe auch Krankheitssymptome entwickelt.

Ansonsten war ich von 2007 bis 2016 nahezu frei von Krankheiten.

Fazit zum Abbauen von Stress

Was wir vorher auch schon wussten: Passende Ernährung, passende Bewegung.

Manche Leute schwören auf Meditation, die mich eher nicht anspricht.

Für mich ist es eher die Sedona-Methode.

HAVE FUN!

 

Titelbild: Sponchia

 

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.