Gast-Artikel von Arielle

Das ist mal wieder so eine Frage…

Die bittere Wahrheit ist: Wenn Du als Mann von diesem Artikel mehr liest als die Überschrift, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du nicht sehr attraktiv auf Frauen wirkst.

Warum?

Attraktivität ist nicht konzeptionell

Eine der großen Illusionen der westlichen Kulturen ist, dass man alles „machen“ kann.

Tatsache ist, wir können schon viel machen. Es ist nicht alles Schicksal, Karma, Kismet, oder einfach dumm gelaufen. Moderne Wissenschaft und Technik ermöglichen schon sehr vieles – und eben nicht alles. Mal eben die eigene DNA austauschen ist halt nicht.

Mal eben tief konditionierte Verhaltensweisen ändern ist auch nicht; das dauert eine Weile.

Und allein das Imitieren bestimmter Verhaltensweisen oder bestimmter Körpersprache führt auch nicht weit genug.

Welche Faktoren habe ich also gefunden, die Männer für Frauen attraktiv machen?

Ein paar, aber das Lesen darüber allein macht leider niemanden attraktiv. Es gibt einen Punkt, den Du tatsächlich relativ einfach umsetzen kannst, aber der wird stark unterrepräsentiert.

Die Liste ist nicht vollständig, bildet aber glaube ich die wesentlichen Sachen ab.

  • Kompatibilität der Neurosen
  • Du siehst ihrem Vater ähnlich
  • Muskeln und großer Schwanz
  • Entspanntheit und Sicherheit, nicht zu verwechseln mit unterdrückerischer Dominanz
  • Macht und Verfügbarkeit von Ressourcen
  • Süß
  • Gepflegt
  • Humor?
  • Psychologische Reife

Kompatibilität der Neurosen

Ich empfinde den Umgang der Menschen in den westlichen Kulturen miteinander in den 2010ern bisher (Stand: Juli 2017) als sehr aufgeregt.

Sehr viele sind dauernd beleidigt, wegen Kleinigkeiten. In der Projektarbeit ist die größte Herausforderung im Moment, um die neurotischen Trigger eines großen Teams dauernd herumzutanzen. Deshalb gehen viele Sachen auch fundamental nicht voran, weil Projektteilnehmer gar nichts Fundamentales mehr sagen dürfen. Es könnte jemanden beleidigen.

Ich finde es großartig, wenn wir uns Gedanken machen, wie unsere Aussagen und Handlungen auf andere wirken, aber ich glaube, dass es an einigen Stellen übertrieben wird.

Die Menschen in den fortschrittlichsten Kulturen, insbesondere Deutschland, Österreich und den USA, können es sich derzeit erlauben, ihren persönlichen Neurosen viel Raum zu geben. Viele richten ihre Präferenzen stark an einer Bequemlichkeit aus, die ihnen sehr enge Grenzen setzt, um nicht in ihrem neurotischen Schmerz getriggert zu werden.

Und so wählen auch viele Frauen ihren Partner danach, ob er ihre neurotischen Auslöser umgeht.

Die unerwartete Dynamik an der Stelle ist nur, dass die Neurose, wenn sie geschont wird, schlimmer wird und sich immer mehr ausweitet. In einem späteren Stadium des Prozesses ist schließlich so ziemlich alles unerträglich.

Dann wird auch der Partner unerträglich.

Und trotzdem wählen manche Frauen ihren Partner nach diesem Kriterium, und das wird wohl auch noch eine Weile so weitergehen.

Männer hätten auch gerne neurotische Bequemlichkeit, aber die meisten Männer haben nun mal keine so große Auswahl. Sie müssen sich in der Werbephase der Beziehung mehr bemühen.

Was aber bei den meisten Beziehungen automatisch zusammenpassen wird, ist der Level der Neurose. Sehr neurotische Menschen paaren sich mit anderen sehr neurotischen. Anders halten sie das nicht aus. Ebenso mit weniger neurotischen.

Du siehst ihrem Vater ähnlich

Der erste prägende Mann ist nun mal Papi.

Wenn Du aussiehst wir ihr Vater, oder wie eine andere männliche Person, die sie stark geprägt hat, übst Du Anziehung auf sie aus.

Das ist nicht immer so, aber ist in vielen Fällen klar zu beobachten.

Muskeln und großer Schwanz

Ich habe mich ja schon mehrmals dahingehend geoutet, dass das meine favorisierte Kombination ist.
Starke Muskeln und großer Schwanz.

DAS Erfolgsmodell, was mich betrifft.

An Muskeln könnte ich mich dauernd rankuscheln.

Entspanntheit und Sicherheit, nicht zu verwechseln mit unterdrückerischer Dominanz

Männer, die sich mit Selbstsicherheit bewegen, die tief entspannt sind, wirken attraktiv.

Sie strahlen aus, dass sie mit vielen Situationen umgehen können.

Bei den Themen Selbstsicherheit, Dominanz und Aggression wird vieles durcheinander gebracht.

Mein Eindruck ist bei vielen deutschen Männern der 1960er-Jahrgänge, dass sie Aggression mit Gewalt verwechseln und Selbstsicherheit mit Machtanspruch.

Aber Aggression – von lateinisch „aggredi“, also herangehen, in Angriff nehmen – ist nicht gleich Gewalt, sondern Handlungsbereitschaft.

Selbstsicherheit – also das Vertrauen, mit vielen Situationen umgehen zu können, ist nicht gleich Machtanspruch. Da gibt es oft eine missverständliche Wahrnehmung. Ich habe mich nicht tief genug damit befasst, aber ich vermute, dass die Männer besonders anfällig für dieses Missverständnis sind, die keinen präsenten Vater hatten.

Blöd wird’s dann, wenn Männer versuchen, Selbstsicherheit und Dominanz zu imitieren und daraus einen Machtanspruch abzuleiten.

Die deutsche und die österreichische Kultur haben den „Vorteil“, dass sie eine junge Erfahrung davon haben, wohin fehlgeleitete Wut führen kann. Und sie haben den Vorteil, dass sie zu den wenigen Kulturen gehören, welche die ausreichende Tiefe haben, um diese Erfahrungen zum Teil zu verstehen.

Der erste Anlauf ist nun, Dominanz zu vermeiden, was aber durch die Hintertür zu mehr Dominanz führt. Denn nun sollen alle dominiert werden, die einen Dominanzanspruch verfolgen. Finde den Fehler…

Viele orientalische Männer, besonders einige türkische Männer in Deutschland, strahlen eine natürliche entspannte Selbstsicherheit aus. Deren Kulturen haben nach meiner Meinung noch nicht eine so tiefe Transformation durchlaufen. So sind sie einerseits im Vorteil, andererseits im Nachteil.

Macht und Verfügbarkeit von Ressourcen

Warum haben die reichsten Männer die schönsten Frauen?

Könnte es da einen Zusammenhang geben?

Hmm…

Allerdings ist das auch nicht immer so. Es gibt haufenweise Männer mit viel Geld, die praktisch keine Chance bei Frauen haben. Und eine Beziehung, die nur auf kommerziellen Vorteilen basiert, ist für beide Seiten kein dauerhaftes Vergnügen.

Süß

Ja, wenn ein Mann süß ist, rücksichtsvoll, freundlich, dann finde ich das sehr anziehend.

Auch hier sind einige Missverständnisse entstanden, die den „netten Kerl“ in Verruf gebracht haben.

Ja, wenn er nur so tut, als wäre er nett, das ist in der Tat abstoßend. Dann ist es mir lieber, er verhält sich egoistisch und herablassend, wenn er denn wirklich so empfindet.

Gepflegt

Wie man aus meinem letzten Artikel vermutlich erraten kann, war ich zuletzt in Südindien unterwegs. Indien ist insgesamt sehr schmutzig, aber Südindien setzt noch mächtig einiges drauf. Die WCs sind unsägliche Seuchenzentralen.

Ein Mann, der wirklich gepflegt ist, so richtig sauber, zieht mich schon deshalb stark an, weil der Geruch der schlecht rasierten Schmutzfinken um ihn herum mich zu ihm hinschiebt.

So viele Kerle, deren Schwanz auf 2 Meter Entfernung nach altem Fisch riecht. Bäh!

Auch ein Grund, warum schwule Männer bei Frauen so beliebt sind. Sie sind gepflegter als die Heteros. Sie pflegen auch ihren Popo sehr hingebungsvoll, aus naheliegenden Gründen.

Deshalb: Rasiere Dich ordentlich. Zumindest im Gesicht, über alle anderen Zonen gibt es verschiedene Meinungen. Und wasche Dich auch UNTER der Vorhaut. Das weiße käsige Zeugs gehört da NICHT hin! Das abzuschrubben ist unangenehm, stimmt. Beine mit Wachs zu enthaaren ist auch kein Vergnügen.

Auch ab und zu die Haare zu waschen ist kein strategischer Fehler.

Humor?

Humor wird überbewertet.

In der klassischen Presse wird nach meiner Meinung Humor überbewertet. Ja, Humor ist ein Zeichen von Intelligenz und deshalb attraktiv.

Aber so zentral wichtig, wie manche das darstellen, ist Humor nicht.

Insbesondere haben die Einlassungen der „PickUp-Szene“ dazu geführt, dass einige junge Männer jetzt meinen, besonders viele Witze machen zu müssen, weil das attraktiv sein soll. Und wenn es Teil einer Strategie ist, dann heißt es ja, dass eben jener junge Mann nicht wirklich von sich überzeugt ist, weil er eine Strategie braucht. Und das ist dann nicht mehr attraktiv.

Psychologische Reife

In meinem Alter (im Moment 40) finde ich es sehr angenehm, wenn ich nicht dauernd als Therapeutin unterwegs sein muss.

Ein Mann, der nicht dauernd von allem beleidigt ist, gefällt mir besser als ein extremer Neurotiker.

Gelegentliche Verstimmungen gehören zum Leben, aber ein full-time Kleinkind brauche ich nicht.

Fazit zur Attraktivität von Männern

Was ein Mann am einfachsten tun kann, um attraktiver zu sein, ist Waschen und Rasieren.

Drei-Tage-Bart ist optisch OK, schmirgelt aber an empfindlichen Stellen…

Viel Erfolg, Monsieur!

 

Titelfoto: Keifit

 

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Arielle

Arielle

Event-Management bei secret
Arielle ist Jahrgang 1977, Widder mit Aszendent Schütze und arbeitet im Event-Bereich. So viel hat sie uns erlaubt, preiszugeben. Das Profilfoto zeigt nicht Arielle, sondern ist ein Modelfoto, geschossen von claudioscotece.
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