Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Paradise Found“, zu der Thomas Bodenmüller-Dodek von SAS Analyse-Software aufgerufen hat.

Der lebenswerteste Ort?

Ausgangspunkt des Artikels ist eine Analyse, durchgeführt von SAS Software, über den lebenswertesten Ort.

Sieger der Analyse war interessanterweise West Perth in Australien, wo ich nun gar nicht hin möchte.

Die Ergebnisse für Deutschland sind im dortigen Blog-Artikel dargestellt in einem SAS-Tool, das eine Art Tableau für Big Data zu sein scheint, aus meiner Controller-Sicht.

Bei der Analyse wurden 8 Kriterien zugrunde gelegt:

  1. Lebenshaltungskosten
  2. Restaurants & Shopping
  3. Sicherheit & Infrastruktur
  4. Natur
  5. Familie
  6. Bildung & Karriere
  7. Gesundheit
  8. Kultur

Die sind mir persönlich größtenteils unwichtig. Meine Kultur und Bildung beziehe ich aus DVD-Bonusmaterial interessanter Filme, und Restaurants meide ich weitgehend, soweit organisatorisch möglich. Familie wollte ich nie, und Geld finde ich nicht mehr so wichtig wie früher.

Meine Kriterien:

  1. Sicherheit und Infrastruktur
  2. Natur
  3. Freiheit
  4. Allgemeines Lebensgefühl
  5. Finanzielle Machbarkeit

Nach diesen Kriterien ist der Sieger für mich: Lugano.

Lugano

Lugano im Tal, Foto von monikabeachler

Als ich im November 2016 auf dem Bergkamm-Bahnhof der Stadt Lugano einfuhr, konnte ich kaum glauben, was ich sah. Die Stadt war schön jenseits meines Vorstellungsvermögens.

Ich fuhr nach Lugano, um den Libertären Kongress zu besuchen.

Ich hatte bereits eine Bildrecherche über den Schweizer Kanton Ticino durchgeführt und war bereits extrem beeindruckt von der Schönheit der Landschaft. Nach meinem Empfinden war dies das schönste Fleckchen Erde auf der ganzen Welt, und ich bin an einigen Orten gewesen.

Beim Anblick der Stadt, wie sie dann tatsächlich war, fühlte ich ein innerliches Glühen voller Freude über diesen Ort. Nirgends habe ich mich je wohler und sicherer gefühlt als hier.

Schauen wir uns die Kriterien nacheinander an.

Sicherheit und Infrastruktur in Lugano

Was gibt es zu sagen zur Schweizer Infrastruktur?

Das einzige Land, dass es noch ein paar Prozentpunkte im Nachkommastellenbereich besser hinkriegt, ist

Gandria

Fischerdorf Gandria in Ticino, Foto von joduma

Liechtenstein.

Ansonsten ist alles top in Schuss. Gebäude top, Straßen top, Bahnnetz noch topper.

In der Schweiz neigen auch weniger Leute dazu, sich in die Luft zu sprengen, unter anderem deshalb, weil den Schweizer Sicherheitsbehörden erlaubt wird, ihre Arbeit zu tun, und weil sowieso jeder jeden kennt und mitkriegt, wenn jemand Unsinn ausheckt.

Die Schweiz war seit Jahrhunderten nicht in bewaffnete Konflikte verwickelt. Ihnen ist ein ruhiger Fondue-Abend wichtiger als Herumgeballere für zweifelhafte Ziele.

Und wer würde die Schweiz angreifen wollen? Die Kriegführung ist durch die Geologie ähnlich schwierig wie in Afghanistan, und wie ich die Schweizer einschätze, würden die jede Einheit der US Marines zu Ratatouille massakrieren, bevor die mitkriegen, was los ist.

Natur in und um Lugano

Lugano liegt am Luganer See, im Tal um den See herum und an den umgebenden Berghängen.

Die Natur im gesamten Kanton Ticino ist überwältigend schön.

Alles, worauf ich stehe, ist im Übermaß vorhanden: Berge, Wald, stehendes und fließendes Wasser.

Luft und Wasser sind sauber, und unter den Schweizer Bergadler-Augen wird das wohl auch so bleiben.

Haus am Luganer See

Haus am Luganer See, anonymes Gemälde um 1920

Freiheit in Lugano

Die Schweiz ist insgesamt eines der freiesten Länder der Welt.

Es gibt insgesamt weniger Regeln, und vor allem weniger unsinnige Regeln, weil ein Großteil der Regeln vor Ort gemacht wird, von den Menschen, die sie betreffen.

In der Schweiz sieht jeder jedem auf die Finger, in noch höherem Maße als in Deutschland. Wenig Gelegenheiten, Unsinn zu treiben.

Allgemeines Lebensgefühl in Lugano

Auch wenn ich zu Hamburg als meiner Heimat eine tiefe Verbundenheit fühle, war es in Lugano so, dass ich diese kleine Stadt vom ersten Moment an als den perfekten Ort empfand.

Italienischer Lebensgenuss paart sich mit schweizerischer Sauberkeit und Genauigkeit.

Alles ist entspannt, die Menschen wirken sehr entspannt, trotzdem funktioniert alles ausgezeichnet.

Es gibt bereits einen hohen Ausländeranteil, in der Schweiz insgesamt, und besonders in Lugano. Selbst die wohlbekannte subtile Ablehnung von Ausländern durch viele Schweizer ist hier also ein geringes Problem.

Finanzielle Machbarkeit des Lebens in Lugano

Wer in der Schweiz leben will, muss entweder reichlich Geld mitbringen oder dort arbeiten.

Preise sind hoch, die Einkommen auch.

Nach verschiedenen Berichten ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Schweiz optimal im Stadtgebiet von Zürich. Dort finde ich es auch sehr schön, aber nicht so schön wie in Lugano.

Die Einkommensteuer beträgt um 10% für mittlere Einkommen, private Krankenversicherung ist Pflicht.

Im Schweizer Vergleich sind Immobilienpreise und Mieten in Lugano eher niedrig, die Einkommen sind allerdings auch nicht so hoch.

Was mich bei meinen Recherchen verblüfft hat ist, wie günstig der Kauf von Immobilien in der Schweiz ist, im Vergleich zu den Einkommen.

Fazit zu Lugano

Sobald ich es organisatorisch und finanziell hinkriege, will ich dort wohnen.

Zumindest meine Rentnertage will ich in Lugano verbringen.

HAVE FUN!

Beitrags-Bilder:
Titelbild: federicoghedini
Foto von Gandria: joduma
Stadtbild vor dem Berg: monikabaechler
Postkartengemälde: Johann Friedrich Wagner
Gemälde Haus am See: anonym

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.