Ökodorf Hjortshoj in Dänemark

Als ich im Januar 2018 mal wieder auf Themenrecherche ging, fand ich unter anderem das Ökodorf Hjortshoj.

Hjortshoj entstand 1992, nur 15 km nordöstlich von Aarhus.

Was gibt es in Hjortshoj?

Alles, was das Klischee hergibt – viele Radfahrer und Bio-Landbau – aber nicht nur das. Seit den Gründertagen in den frühen 90er Jahren hat sich das Projekt bewegt. Die Arbeiten am Konzept begannen bereits 1986, aber erst 6 Jahre später erfolgte der erste Spatenstich. Das Projekt wird in einer Rechtsform betrieben, die der deutschen Genossenschaft entspricht.

Stand Januar 2018 leben in Hjortshoj ca. 300 Menschen in 8 Gruppen.

Die Gemeinde hat landwirtschaftliche Flächen, Gemüsefelder, Tierzucht, Obstgärten usw., und die Gesellschaft der Gesellschaft erscheint als eine sehr schöne Gegend mit Blumen, Seen, Hainen, Ansichten über die Bucht von Aarhus – und viele verschiedene Gebäude.

Es gibt viele interne Aktivitäten, wie gemeinsames Essen, Kerzenparty, Wassergruppe, Kunstgalerie, Cafés, Gourmet-Abendessen. Wir haben auch viele offene Aktivitäten, an denen sich Menschen außerhalb der AIH beteiligen können, wie zum Beispiel der Ernte-, Gemüse-, Landschaftsweg, das Hjortshøj-Festival und Bed & Breakfast.

Ideen und Werte in Hjortshoj

AIH baut – wie es die Ökosystemvision generell tut – auf neue Werte. Über ökologisches Gleichgewicht, soziale Gemeinschaft und geteilte Verantwortung, neue lokale Wirtschaft, Gesamtdesign und neues Leben, eine Kultur der Kultur, echte Demokratie, Frieden, Gesundheit, Pflege und Spiritualität.

Dieser neumodische Lebensstil sollte als Alternative zum Lebensstil der Wohlfahrtsgesellschaft mit Materialismus, Konsum, entleerten Gemeinschaften, Wettbewerb und Geldmacht verstanden werden.

Vision ist, einen nachhaltigen Lebensstil zu schaffen als Alternative zum „normalen“ modernen Lebensstil. Das Wohnen soll ebenso nachhaltig sein wie die Stromversorgung. Die Wirtschaft soll die Natur nicht zerstören, die Mitwirkenden sollen auch mitbestimmen, es soll ein Umfeld geschaffen werden, in dem Kinder gedeihen.

Auch das Teilen spielt eine zentrale Rolle.

Ziele und Werte werden im Laufe der Zeit angepasst. Der erste Entwurf entstand 1989, mit Überarbeitungen in 2007 und 2016.

Dorfbewohner John Gaggie erklärt: “Hier geht es nicht nur um Ideologie. Es geht um geringere Lebenshaltungskosten durch Ökologie. Wir sind doch keine Öko-Märtyrer. Wir haben Spass am Leben hier und billiger ist es auch noch.”

Vom sympathischen Gebastel in Richtung Hochtechnologie

Pierre Lecuelle, einer der Mitgründer erklärt: “In den 80er Jahren konzentrierten wir uns auf die Baumaterialien. Jetzt steht die Einsparung von Energie ganz oben – zum Beispiel in der Motivation der Leute, die in der letzten Zeit hier angefangen haben. Jeder kann hier mit seinen eigenen Träumen herziehen, mit seiner persönlichen Vorstellung von Utopia, mit seinen Bedürfnissen … jeder findet hier seinen Platz. “

In der Entstehung (Stand: Januar 2018) befindet sich ein Nullenergie- oder Passivhaus – durch und durch Bio. Die Isolierung erfolgt mit Holzwolle, bis zu 60 Zentimetern dick. Angestrichen wird mit umweltfreundlicher Leinölfarbe.

Der jährliche Stromverbrauch wurde stark reduziert. Mitglied Ronni Laursen arbeitet am Passivhaus: “Wir müssen jetzt erst mal sehen, ob es das klappt mit dem Passivhaus. Momentan liegt der Heizenergieverbrauch bei 28 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Ziel sind aber 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter”.

Für Brennholz und geplant auch Strom (Stand: Januar 2018) sorgt eine Weidenplantage. Der Dünger dafür ist Urin aus rund 20 Häusern.

Alle drei Jahre ist eine Generation Weiden bereit zum Fällen.

Gesammelter Regen liefert Wasser für die Gemeinschaftswaschküche.

Wärme von der Sonne

Das Haus von Pierre Lecuelle kommt mit 30% bis 50% weniger Heizaufwand aus als die meisten anderen Häuser. Gebaut ist es aus Stampflehm, der beim Ausheben der Fundamente übrig blieb.

Das Wichtigste ist die Isolierung. 30-35 cm Dicke auf dem Dach, etwa 20 cm bei den Wänden. Auf diese Weise ist jeder Sonnenstrahl ein Beitrag zur passiven Heizung.

Warmwasser wird im Sommer ausschließlich mit Sonnenkollektoren aufgewärmt.

Jedes Mitglied bringt ein, was es kann, und alle gewinnen dabei.

Dorfbauer Ronnie Hill: “Ich habe das Gras gemäht. Das mache ich zweimal im Monat. Wir haben eine Landwirtschafts-Gruppe. Ich bin in der Ziegen-, der Kuh-, und in den Gemüse-Gruppe. Ich lerne jeden Tag was Neues. “

Umweltbewusst zu leben ist hier kein Privileg der Elite. Jeder kann mitmachen.

Mitmachen in Hjortshoj?

Abgesehen von einem kleinen Urlaub in einem Bed & Breakfast in Hjortshoj, kann man auch gegen eine kleine Gebühr bei der Ernte helfen und Gemüse für den Eigenbedarf behalten.

Es werden regelmäßig Kurse in Yoga, Achtsamkeit, Alexander Technik etc. angeboten.

Dazu gibt es unregelmäßig Vorträge und kulturelle Veranstaltungen. Etwa einmal pro Monat findet eine Führung durch die Gemeinde statt.

Der erste Sonntag im September steht jedes Jahr im Zeichen der Bio-Ernte. Auf dem Erntemarkt kommen alle zusammen.

Der Großteil der hier genannten Informationen stammt von mondamo, einer Info-Seite über Öko -Gemeinschaften. Der Rest stammt von der Hjortshoj-Homepage.

 

Das Titelfoto zeigt nicht Hjortshoj und stamm von bettinabef

 

     (2 votes, average: 4,50 out of 5)
 Loading...

Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.
Über Alexander 123 Artikel
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


7 − fünf =