Landmark Education ist einer jener Seminaranbieter, die immer mal wieder in die Nähe von Sekten gerückt werden. In ein paar Fällen hat Landmark erfolgreich dagegen geklagt. Und, ist das eine Sekte, bzw. was kann ich dort bekommen oder auch nicht?

  1. Was sind meine Erfahrungen mit Landmark Education, wann und wo?
  2. Was habe ich gehört zur Geschichte von Landmark Education?
  3. Auf welchen Annahmen basieren die Seminare, und was taugen diese Annahmen?
  4. Welches sind häufig angeführte Kritikpunkte bezüglich Landmark Education und welche Erfahrungen habe ich diesbezüglich gemacht?
  5. Was hat mir an der Erfahrung gefallen und was nicht?

Teil 1: Was sind meine Erfahrungen mit Landmark Education, und wann und wo habe ich sie gesammelt?

In ca. 1993 wurde ich zu einem Gratis-Abend eingeladen, auf dem die Grundzüge des Landmark „Kommunikationskurses“ demonstriert werden sollten.

Ich fand den Abend richtig gut und konnte Einiges mitnehmen, was ich bis heute anwende (Stand: Juli 2017). Auf dem Gratis-Abend waren ca. 100 Teilnehmer.

Als ich ein Begabten-Stipendium von der Hamburger Handelskammer erhielt, verwendete ich einen Teil davon auf den Kommunikations-Kurs, der damals 2 oder 3 Tage lang dauerte. Den Kurs fand ich gut, wenn auch nicht so gut wie den Demo-Abend. Während des Kurses ging ca. 8% der Zeit für Eigenwerbung von Landmark drauf. Im Raum waren über 50 Teilnehmer, aber wahrscheinlich weniger als 100.

Dies war wohlgemerkt der Kommunikations-Kurs, der meines Wissens nicht mehr angeboten wird. Zentrales Produkt von Landmark ist das „Forum“.

Im Zuge meiner Coaching-Ausbildung um das EVENT herum, von 1995 bis 2001, traf ich ein paar Menschen, die am Landmark Forum teilgenommen hatten.

Eine Teilnehmerin fasste ihr Erleben so zusammen: „Wer das Landmark Forum wirklich mitgemacht hat, ist nicht mehr bereit, wenig aus seinem Leben zu machen!“

Was jetzt genau wenig ist und was viel, haben wir nicht diskutiert; damals war ich noch sehr anfällig für solche Hype-Schlagworte. Wir redeten über „Fortschritt“ und „Erfolg“ und „Weiterentwicklung“, ohne im Mindesten zu definieren, was wir damit meinten. Es klang so cool.

Was das weitere Leben der TeilnehmerInnen betraf, was ich so beobachten konnte, das Eine oder Andere verbesserte sich für sie, einige Beziehungen wurden geklärt, manche änderten ihre berufliche Ausrichtung, hier mit, da ohne gewünschtes Ergebnis. Den Superriesendurchbruch habe ich nirgends gesehen.

Teil 2: Was habe ich gehört zur Geschichte von Landmark Education?

In den 1960er Jahren begann eine Seminarreihe namens EST – Erhardt Seminare und Trainings.

Mein Mentor Warren Barigian bemerkte einmal: „Das einzig Interessante an der Geschichte der EST-Trainings ist die Frage, warum gibt sich jemand mit einem eindeutig jüdischen Namen, Jack Rosenberg, einen eindeutig deutschen Künstlernamen, Werner Erhardt?“

Jack Rosenberg soll Teile seiner Unternehmensstrategie nach Aussagen mancher Leute von Scientology abgeschaut haben. Ich selbst habe nicht mal gesicherte Belege dafür, dass Jack Rosenberg irgendwelche Kontakte zu Scientology hatte. Da wäre es besser, Experten zu befragen wie Tory Magoo, Mark Bunker oder Chris Shelton.

Es gab später eine Aufteilung: In Nordamerika wurde EST zu LifeSpring, in Europa zu Landmark.

Ein Trainer, der immer noch aktiv ist, über den viel gestritten wird, ist Jim Zarvos.

Jim Zarvos kam um 1996 herum zu unserem Team des EVENT-Trainings, um das Management zu beraten, wie das EVENT erfolgreicher sein könnte und vor allem ein breiteres Publikum anziehen könnte.

Wir trafen uns für 5 Tage in Frankfurt in einer großen Wohnung und saßen eng beieinander in einem großen Wohnzimmer, um Maßnahmen zu besprechen, wie das EVENT größer werden könnte.

A REAL VOICE

Eine der Maßnahmen war, ein „Aufwärmtraining“ zu schaffen, das weniger Intensität und Druck aufbaute als das EVENT. So könnte ein breites Publikum das Unternehmen BERNSTEIN Trainings kennenlernen, mit einem kleineren emotionalen Investment.

Anmerkung: Das betreffende Unternehmen BERNSTEIN Trainings hat 2005 offiziell geschlossen. Im Frühjahr 2017 stieß ich auf ein Unternehmen gleichen Namens, das IT-Trainings anbietet. Dieses Unternehmen hat keinerlei Verbindung zu den Veranstaltern des EVENT.

Dieses Training erhielt den Namen A REAL VOICE.

Es war ein Wochenende in einem Raum mit ca. 50 Menschen. Es ging darum, Dinge auszudrücken, die wir noch nie ausgedrückt hatten, aus Angst von „negativer“ Kritik oder Ablehnung. Damit verbrachten wir Freitag abend bis Sonntag mittag.

Am Ende des Wochenendes sollten wir Sketche schreiben und aufführen, in denen wir uns über Aspekte des Trainings lustig machen sollten.

In meiner Gruppe entwickelte ich alte Aufmerksamkeitshure den Sketch zu 90%. Ich entschied mich dafür, die Rolle von Jim Zarvos zu übernehmen. Beim Erarbeiten des Sketches hatte ich eine Einsicht, welche vielleicht die tiefste des gesamten Wochenendes war.

Mir wurde klar, dass ich nur in der Lage sein würde, wirklich lustige Witze über Jim Zarvos zu machen, wenn ich ihn nicht hasste und nicht von Rache für seine vermeintlichen persönlichen Angriffe ausging.

Ich konnte mich nur wirklich über ihn lustig machen, wenn ich ihn voll akzeptierte, wie er war.

Also tat ich das.

Ich imitierte vor allem seinen nervösen Tic, dauernd mit dem Stift in seiner Hand zu wackeln und seinen Stil, kurze, aggressive Statements abzugeben. Eine andere Teilnehmerin mimte die immer fröhliche Dolmetscherin, die mit zu breitem Lächeln alles wertfrei und kommentarlos ins Deutsche übersetzte.

Jim Zarvos saß auf dem Podium und lachte sich schlapp über meine Parodie auf seine Person. Ein paar Male hing er schräg auf dem Stuhl und haute sich auf die Schenkel.

Er konnte das also ab. Nachdem ich bis in meine späten Zwanziger hauptsächlich „Autoritäten“ (griechisch für: Armes Würstchen mit Profilneurose) begegnet war, die wegen jedem Popel immer sofort beleidigt waren und hart zurückschlugen, fand ich das beeindruckend.

Das Training wurde später etwas umgestaltet, fand aber nur noch wenige Male statt. Bei einem Seminar bediente ich die Audio-Technik.

Ich fand, dass A REAL VOICE eines der besten und schönsten Trainings war, die ich je gesehen hatte. Über die Jahre habe ich immer wieder daran gedacht, es wiederzubeleben. Ich denke nur, dass ich die falsche Person bin, um das zu tun.

Von den Erfolgreichen lernen

Jim Zarvos erklärte uns, wie Landmark Education und LifeSpring Teilnehmer gewannen, wie sie zumindest in den 1990er Jahren hohen Verkaufsdruck aufbauten.

Ein Bestandteil der Strategie von Landmark waren die Teilnehmer-Abende. Dort sollten Teilnehmer auf der Bühne von ihren Erfolgen und positiven Erlebnissen im Training reden. Zu diesen Abenden sollen die Teilnehmer Freunde und Familienmitglieder einladen. Dazwischen gibt es zahlreiche Werbeblöcke zu den Trainings. Im Publikum sitzen Mitarbeiter, welche in den Pausen die Besucher bearbeiten.

Nach einigen Erfahrungsberichten aus den USA wird bei den Besucherabenden dort ein sehr hoher Verkaufsdruck aufgebaut. Bei dem einzigen Landmark-Besucherabend, bei dem ich war, war dies nicht der Fall. Möglicherweise hat sich gezeigt, dass in der deutschen Kultur Verkaufsdruck nicht so gut funktioniert.

Die deutschen Betreiber des EVENT-Seminars fingen dann auch an, Folge-Abende zu veranstalten, zu denen Teilnehmer ihre Freunde und Familie einladen sollten. Dort sollten sie vor allem von den tollen Erfahrungen hören, welche die Teilnehmer gemacht hatten.

Ich weiß nicht, ob sich auch welche von den Besuchern dann zum Training anmeldeten.

Auf Grund der Einstellung des EVENT-Teams wurde auch kaum Verkaufsdruck aufgebaut, und es wurde auch nicht versucht, zu manipulieren.

Die finanzielle Situation von Landmark Deutschland?

Um 2010 herum machte ich mir den Spaß, im Bundesanzeiger, wo Unternehmensbilanzen veröffentlicht / hinterlegt werden, die Bilanz von Landmark Education in Deutschland herauszusuchen.

Die deutsche GmbH war formell überschuldet, was auch im Anhang ausdrücklich geschrieben stand.

Am 30.07.2017 fand ich als letztes eine Bilanz für das Geschäftsjahr 2013. Demnach ist die deutsche GmbH, einst mit dem üblichen Mindest-Stammkapital von 50.000,00 DM gegründet, mit über einer Million EUR überschuldet. Die genaue Zahl steht im Anhang. Warum die GmbH trotzdem nicht Insolvenz anmelden muss, steht auch im Anhang. Das ist alles völlig legal und in Ordnung, ohne jeglichen Fehl und Tadel.

Wie ich in meinen Kursen immer wieder betone, aus der Bilanz einer kleinen Kapitalgesellschaft (klein im Sinne von § 267 HGB) kann man nur sehr wenig entnehmen, weil keine Informationen über Umsätze und Margen drinstehen und überhaupt zu wenig Details.

Ist die GmbH dann auch noch Tochter eines internationalen Konzerns, sagt die Bilanz überhaupt nichts aus, sofern man keinen detaillierten Finanzbericht des Konzerns hat. Aus dieser Bilanz der deutschen GmbH lässt sich also gar nichts ableiten. Ich gehe hier nicht ins Detail, warum; das ist ein Thema für Rechnungswesen-Seminare.

Where are they now?

Ich habe von Landmark Education seit 1999 kaum noch etwas gehört.

Das deutsche Büro befindet sich laut der internationalen Website immer noch in Frankfurt (Stand: 30.07.2017).

Auf youtube habe ich um 2012 herum mal nach Werner Erhardt / Jack Rosenberg gesucht. Ich fand unter anderem ein jüngeres Video, in dem er einen Vortrag über „Performance“ hielt. Ich fand den Vortrag extrem lahm und hatte den Eindruck, dass Jack-Werner selbst seinen eigenen Vortrag extrem lahm fand.

Teil 3: Auf welchen Annahmen basieren die Seminare von Landmark Education, und was taugen diese Annahmen?

Mein Mentor Warren Barigian kritisierte an Landmark und ähnlichen Ansätzen vor allem die Idee, dass sich alle Probleme mit kognitiven Methoden lösen ließen.

Wenn’s aber Verkabelungsprobleme im Gehirn gibt, physische Gesundheitsprobleme, Durcheinander im Hormonhaushalt, systemische Spannungen, dann kommt man mit kognitiven Methoden in den meisten Fällen nicht weit.

Ein wichtiger Punkt begegnete mit bei Ken Wilber und dem Thema „States and Stages (Zustände und Stufen)“, wo er beschreibt, wie manipulative Gruppen ihre Mitglieder in intensive Emotionen führen und ihnen dann erzählen, in diesem intensiven emotionalen Zustand hätten sie eine neue Stufe ihrer persönlichen Entwicklung erreicht.

Wer nicht darauf trainiert ist, kann leicht darauf hereinfallen. Intensive Emotionen sind nach meiner persönlichen (gänzlich inkompetenten) Einschätzung oft eher ein Zeichen einer NIEDRIGEREN Entwicklungsstufe.

Ein Großteil der Methodik besteht darin, Interpretationen und Wording zu verändern. Etwas, das ich erlebt habe, interpretiere ich neu, gebe ihm neue Bedeutung. Ich erzähle es vielleicht mit weniger emotionaler Ladung oder weniger Bewertung.

In manchen Fällen fand ich diesen Ansatz tatsächlich hilfreich.

Und ich vermute, tiefe Traumata lassen sich damit nicht auflösen.

Mir persönlich am besten gefallen hat die Übung, wo wir mit verschiedenen Einstellungen einander zuhören. Landmark behauptete damals, ein Copyright auf diesen Ansatz zu haben, deshalb schreibe ich hier keine Details.

Teil 4: Welches sind häufig angeführte Kritikpunkte bezüglich Landmark Education und welche Erfahrungen habe ich diesbezüglich gemacht?

Welche Kritikpunkte werden immer wieder geäußert, und wie habe ich das selbst erlebt?

Natürlich sind meine Erfahrungen nicht repräsentativ und ich habe keine Ahnung, ob die Mehrheit der Teilnehmer diese Dinge ähnlich erlebt hat.

Was wird nun am häufigsten kritisiert?

  • Hoher Verkaufsdruck
  • Die Trainings sind wirkungslos
  • Die Inhalte gibt es gratis woanders
  • Große Versprechen, die nicht haltbar sind
  • Restriktive Trainingsbedingungen
  • Das Team geht mit den Teilnehmern schlecht um

Hoher Verkaufsdruck

Besonders aus den USA wird ein sehr hohes Maß an Verkaufsdruck bei den Veranstaltungen von Landmark berichtet.

Bei den deutschen Veranstaltungen habe ich außerhalb des Seminars keinen Verkaufsdruck empfunden. Während des Kommunikationskurses gingen ca. 8% der Zeit für Werbeblöcke für Landmarks andere Trainings drauf.

Die Trainings sind wirkungslos

Ich habe selbst keinen tollen Durchbruch erlebt und fand das Training nicht großartig. Die meisten Ideen hatte ich schon mal in ähnlicher Form gehört.

Sehr beeindruckt hat mich eine Geschichte, die ich bei meinen Recherchen heute (30.07.2017) gefunden habe, wo ein Teilnehmer nach seinem Landmark Forum zwei Menschen anrief und ein aufrichtiges Gespräch führte über sein eigenes Fehlverhalten in seinen Beziehungen zu diesen beiden Menschen.

Ich habe so etwas selbst getan, allerdings im Rahmen eines Geld-Seminars, an dem ich teilnahm, wo ich vor allem mein unintegeres wirtschaftliches Verhalten erkannte und mich bei ein paar Leuten entschuldigte.

Die TeilnehmerInnen, die ich in den 1990ern traf, waren durchweg sehr zufrieden mit den Ergebnissen und beschrieben, wie viel besser ihre Beziehungen jetzt funktionierten, weil sie schlicht ehrlicher waren.

Einige fanden den Mut, neue Projekte anzugehen und sich beruflich neu zu orientieren. Bei manchen klappte das mit dem gewünschten Erfolg, bei manchen nicht. Auf jeden Fall gewannen alle an relevanter Lebenserfahrung.

Die Inhalte gibt es gratis woanders

Ja, die meisten Ideen von Landmark Education sind nicht neu. Seit Plato gibt es auch nicht so viel Neues.

Die Inhalte erinnern teilweise an Passagen aus buddhistischen Schriften, aus Büchern von Nietzsche und Kierkegaard oder Krishna.

Die Wirkung von Trainings und anderen Maßnahmen entsteht nach meiner Erfahrung auch weniger aus den Inhalten als aus der Form des Trainings und aus der Interaktion der beteiligten Menschen.

Im Juli 2017 beginne ich eine neue Diät, die mich vor allem anspricht, weil sie in einer Gruppe stattfindet und weil es persönliche Betreuung durch eine Frau gibt, von der ich persönlich viel halte. Ja, die Ideen darin sind schon lange vorhanden, und es ginge auch billiger. Ich denke aber, dass die Wirkung vor allem aus der persönlichen Unterstützung kommen wird. Mein Plan ist, Ende August 2017 darüber zu schreiben, wenn die erste Phase abgeschlossen ist.

Große Versprechen, die nicht haltbar sind

Als ich am 30.07.2017 auf die Website von landmarkworldwide schaue, steht dort, dass „94% der Teilnehmer berichtet haben, dass das Landmark Forum in ihrem Leben eine tiefe, dauerhafte Verbesserung bewirkt hat“.

Vielleicht haben 94% dies BERICHTET, was ja noch lange nicht heißt, dass es so IST. Unter welchen Bedingungen haben sie dies berichtet, wie wurde die Kontrollgruppe ausgewählt? Wie wurde die „Verbesserung“ definiert?

In den 1990ern wurden von vielen Seminaranbietern große Versprechungen gemacht. Wir glaubten damals, viele Probleme schnell lösen zu können, aber wir befanden uns größtenteils im Irrtum.

Je neurotischer ich selbst war, desto mehr glaubte ich an meine messianische Heilkraft. Inzwischen bin ich froh, wenn ich meiner geliebten Frau einen Splitter rausziehen und ein Pflaster aufkleben kann.

Im August 2014 besuchte ich eine Veranstaltung der PALLAS-Seminare. Dort wurde glaube ich gesagt, dass zwei Drittel der Teilnehmer immer noch berichten, vom Seminar zu profitieren.

Restriktive Trainingsbedingungen

Während der Trainings sollen Bedingungen herrschen, die denen eines Gefängnisses vergleichbar sind. Keine Nebenunterhaltungen, kein Essen, WC-Gänge nur unter hohem sozialem Druck nach dem Motto „Na gut, aber in Ordnung ist das nicht“.

Ich erinnere nicht mehr, ob das beim Kommunikationskurs auch so war. Ich schätze nicht, denn bei mir wären sie damit an den Falschen geraten. Ich hätte es durchaus zum Eklat kommen lassen, wenn mich jemand zu dominieren versucht hätte.

Das Team geht mit den Teilnehmern schlecht um

Speziell aus amerikanischen Trainings habe ich sehr unerfreuliche Geschichten gehört, wie manche Teammitglieder mit Teilnehmern umgegangen sein sollen.

Für mich war das nicht so.

In den Pausen fand ich die Gespräche sehr freundlich.

Für mein Seminar-Ziel wurde mir außerdem für das Wochenende eine Coachin zur Seite gestellt, die mich direkt unterstützen sollte.

Meine Coachin war eine Kunsthändlerin, um die 30. Sie unterstützte mich rückhaltlos. Bereits damals hatte ich das Ziel, ein toller Frauenaufreißer zu werden.

Während die Frauen in meiner Coaching-Ausbildung umherrannten wie Hühner, denen man Tabasco eingeflößt hatte, wenn ich über dieses Ziel sprach, war meine Landmark-Coachin voll auf meiner Seite.

Sie sagte mir bereits damals, was ich erst später durch eigenes Erleben bestätigt bekam: Es gibt auch genügend Frauen, die von sich selbst aus nicht-verpflichtend herumvögeln wollen und sich dabei eben nicht „benutzt“ oder „erniedrigt“ vorkommen.

Die Anregungen, die sie mir gab, hätten sicherlich funktioniert, wenn ich sie umgesetzt hätte. Damals war ich noch zu sehr in meinem Asperger gefangen, um wirklich etwas zu unternehmen. Das passierte erst 9 Jahre später.

Mein Fazit zu Landmark Education

Mein Eindruck ist nicht, dass Landmark Education eine Sekte ist.

Mein Eindruck ist, dass Landmark ein paar Seminare anbietet, die für manche Menschen einen tiefen Durchbruch bedeuten können, wo manche Menschen Ideen finden, die sie vorher noch nie so nachhaltig gehört haben, und die sie nun zum ersten Mal umsetzen können.

Für mich selbst war z.B. über THE EVENT das Verlassen der Beschuldiger-Rolle und dann das wirkliche Übernehmen angemessener Verantwortung, einer der wichtigsten Durchbrüche meines Lebens und öffnete mir viele Türen, die einem permanent nörgelnden Dauerbeschuldiger naturgemäß nicht geöffnet werden.

Aber, nach meiner Erfahrung ist es so: Wenn ich ein Problem gelöst habe, bekomme ich zur Belohnung ein neues, größeres Problem.

Und nicht alle meiner neuen, größeren Probleme, lassen sich durch eine „Änderung meiner Einstellung“ lösen oder durch das Benutzen neu gelernter Wort-Formeln.

Für jemanden, der bereits als weitgehend verantwortlicher Erwachsener agiert, ist so ein Training von Landmark vielleicht ganz nett, aber nicht der große Knaller.

Manches an der Erfahrung hat mir gefallen. Wirklich unerfreulich fand ich nichts davon.

Bis ich mir ein Leben erarbeitet hatte, das ich ertragen wollte, dauerte es halt noch ein paar Jahre, aber das ist nicht die Schuld von Landmark.

HAVE FUN!

 

Titelfoto: Ein Seminarraum. Das Setting, in dem ich den Kommunikationskurs absolvierte, sah diesem ähnlich. Bild von sferrario

 

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.