Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade „#fairbloggerrelations“, zu welcher PR-Spionin Sylvia Frisch eingeladen hat.

Ich gehe zuerst darauf ein, welche Arten von Kooperationen ich überhaupt kennengelernt habe und was meine Erfahrungen damit waren.

Im zweiten Teil beantworte ich ein paar von den Fragen, die Sylvia gestellt hat.

Teil 1: Welche Arten der Blogger-Kooperationen habe ich kennengelernt und was habe ich damit erlebt?

Für mich kamen Kooperationen bisher in drei Gestalten:

  1. Ich schreibe einen Gast-Artikel für jemanden anders
  2. Jemand anders schreibt einen Gast-Artikel bei mir
  3. Teilen der Artikel auf SocialMedia

Variante 1: Ich schreibe einen Gast-Artikel für jemanden anders

Ich habe Gast-Artikel auf einigen Blogs platzieren dürfen, darunter 4freelance, seminarchecker, selbstaendig-im-netz, affenblog (jetzt chimpify) und einfach-effektiv.

Das fand ich immer sehr angenehm. Die Blog-Betreiber waren alle sehr unkompliziert, haben genaue Vorgaben gegeben, wie der Artikel aussehen soll, und haben ihn dann mit Link veröffentlicht.

Die Huffington Post zählt wohl nicht mehr als Blog. Da durfte ich auch einen Artikel veröffentlichen. Der war nach meiner Meinung einer meiner besten, durchdachtesten und durchfühltesten Artikel überhaupt.

Aber, was daran wurde bemerkt? In dem Artikel kam das Wort „ficken“ vor. Das war offensichtlich so schrecklich, dass wir jetzt alle sofort sterben müssen und dass das Universum untergeht.

Sorry.

Oder, nein, ausdrücklich nicht sorry.

Wenn Ihr wirklich glaubt, dieses Wort ist so ein großes Problem, more power to you.

Der Inhalt des Artikels war völlig egal. Aber Ficken ist einfach entsetzlich.

Variante 2: Jemand anders schreibt einen Gast-Artikel beim mir

Ich betreibe selbst die Blogs vertriebscontroller und rechnungswesenlehrer, die als erweiterte Visitenkarte für meine zugehörige Tätigkeit dienen. Außerdem bin ich federführender Redakteur dieses Blogs.

Die höchsten Qualitätsansprüche habe ich an die Artikel auf dem vertriebscontroller. Dort suche ich mir die AutorInnen sehr sorgfältig aus. Demzufolge werden die Gast-Artikel auch von den Lesern recht hoch bewertet, insbesondere Artikel von Top-Leuten wie Stefan Wirth, Kourosh Ghaffari und Michael R. Grunenberg, die tiefe Erfahrung und hohe Substanz einbringen.

Jetzt wo ich dies schreibe, fällt mir auf, dass die Suche nach Gast-Schreibern sich auf dem vertriebscontroller immer am einfachsten und unkompliziertesten gestaltet hat.

Ich habe einmal einen Artikel über eine Autorenplattform eingekauft. Der war dann aber vom Niveau her so niedrig, dass ich ihn nach wenigen Wochen wieder herausgenommen habe.

Größtes Problem beim Finden von Gastbeiträgen ist für mich immer wieder, dass die meisten Leute, wie an anderer Stelle ausführlich beschrieben, einfach extrem lahm sind und nicht in die Gänge kommen. Hinter manchen Artikeln renne ich so lange her, dass ich sie in der Zeit auch selbst schreiben könnte.

Variante 3: Teilen der Beiträge auf SocialMedia

Am besten ist natürlich, LeserInnen teilen die Beiträge selbst. Wann immer das passiert ist, machten die Besucherzahlen große Sprünge nach oben.

Manchmal bitte ich Persönlichkeiten mit einer größeren Gefolgschaft, Artikel von mir zu teilen. Ich tue das vorsichtig und wohldosiert. Manchmal kommen sie dem auch nach.

Im Geiste meiner Philosophie vom Kreis des Gebens teile ich meinerseits regelmäßig Inhalte von Blogs, die ich gut finde, z.B. chimpify, selbstaendig-im-netz, zwerggefluester, einfach-effektiv, seminarchecker, smartblogger, pr-perlen oder habitgym.

Wenn diese etwas tweeten, dann re-tweete ich das oft an über 10.000 Follower.

Im Jahre 2012 oder so hat sogar die Online-Ausgabe der Computerwoche mein Video-Tutorial zur Preiskalkulation für Freiberufler als Beitrag aufgenommen.

Was leider noch gar nicht passiert ist, sind heftige Beschimpfungen meiner Person. Höhepunkt war, dass jemand mich in 2007 mal als „Hampelmann“ bezeichnet hat, aber nur in kleinem Kreis.

So wie die öffentliche „Diskussion“ derzeit (Stand: Juli 2017) abläuft, warte ich darauf, dass unser Artikel über Goldmünzen als frauenfeindlich und homophob bezeichnet wird, und dass jemand mich auf Basis meines Artikels zu neuartigen Strom-Batterien als Nazi identifiziert. Und mein Artikel über Merino-Wolle entlarvt mich natürlich in aller Klarheit als Verschwörungstheoretiker.

Hey, gebt mir Tiernamen! Ich brauche die Aufmerksamkeit!

Teil 2: Fragen zum Thema

Sylvia Frisch hat eine Reihe Fragen zum Thema Blogger Relations gestellt. Auf ein paar davon gehe ich nun ein:

  1. Was sind die No Go’s aus deiner Sicht?
  2. Wie willst du nicht angesprochen werden und wie schon?
  3. Welche Kooperation ist super gelaufen und warum hat sie so gut funktioniert?
  4. Wurdest du etwa schon mal gebeten, ohne Honorar oder ohne Werbe-Kennzeichnung zu arbeiten?
  5. Hast du bereits Anfragen abgelehnt und wenn ja, warum?
  6. Suchst du selbst aktiv nach Kooperationen?

Frage 1: Was sind die No Go’s aus deiner Sicht?

Artikel müssen den Lesern einen Mehrwert bieten. Reine Werbetexte lehne ich ab.

Bei Kommentaren lasse ich es zu, wenn jemand ganz offensichtlich nur einen Link setzen will, sofern der Kommentar sich im Entferntesten irgendwie auf das Thema des Artikels bezieht.

Frage 2: Wie willst du nicht angesprochen werden und wie schon?

Da gilt für mich dasselbe wie offline: In ganzen Sätzen verstehe ich besser.

Grundlegende Höflichkeitsformen finde ich auch nicht verkehrt.

Wenn irgendwas nach MLM klingt, wende ich mich erstmal ab, aber noch nicht ganz. Als ich eine Nachricht von Franz Rödl auf xing erhielt, dachte ich auch zuerst, das ist ein MLM-Spammer. Ich fragte aber nochmal nach, und stellte fest, er ist nichts dergleichen.

Wenig später lieferte er uns einen Gast-Artikel, den ich sehr schön und gelungen finde.

Frage 3: Welche Kooperation ist super gelaufen und warum hat sie so gut funktioniert?

Die meisten Kooperationen, die ich erlebt habe, fand ich gut für das, was sie waren: Kleine Episoden unkomplizierter Zusammenarbeit.

Besondere Shoutouts gehen hier an Denise Auerswald vom seminarchecker, Timo Bock von 4freelance und Peer Wandiger von selbstaendig-im-netz.

Alle Beteiligten haben ihre Erwartungen klar formuliert und ihre Zusagen eingehalten.

Frage 4: Wurdest du etwa schon mal gebeten, ohne Honorar oder ohne Werbe-Kennzeichnung zu arbeiten?

Honorar erwarte ich als Blog-Autor sowieso nicht, auch wenn ich schon manchmal für Artikel bezahlt wurde.

Wir zahlen unseren Autoren auch keine Honorare. Stand: Juli 2017. Vielleicht ändert sich das mal.

Ohne Werbe-Kennzeichnung zu arbeiten, wurde mir noch nie vorgeschlagen.

Frage 5: Hast du bereits Anfragen abgelehnt und wenn ja, warum?

Alles, was auf Multi-Level-Marketing hinauslief.

Auch Anfragen von Agenturen, die Artikel verkaufen wollen.

Frage 6: Suchst du selbst aktiv nach Kooperationen?

Ja.

Für diesen Blog suchen wir dauernd Gast-SchreiberInnen.

Ich bin derzeit (13.07.2017) kurz davor, durch die Waggons der S-Bahn zu laufen und kleine Reden zu halten, ob nicht jemand ein paar Wörter Blogtext für mich hat.

Für meinen Tweet-Loop suche ich interessante Blogs, deren Artikel ich teilen kann. Das lässt mich ebenso besser aussehen wie auch die Blogger.

Fazit zum Thema Blogger Relations

Wenn ich mir das so durchlese, habe ich doch vorwiegend gute Erfahrungen mit Blogger Relations.

Mir erscheint das Thema auch nicht so kompliziert: Finde Inhalte, die passen, tausche sie mit anderen Leuten aus, die dazu etwas zu sagen haben.

Klingt nicht schwierig.

HAVE FUN!

 

Titelbild: geralt

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.

Letzte Artikel von Alexander (Alle anzeigen)