Die rote Pille im Miteinander der Geschlechter: Rollo Tomassi

Gast-Artikel von Arielle

„Drum prüfe, wer sich länger bindet, ob sich nicht doch was Besseres findet.“ (weiblicher Beziehungsstrategie-Grundsatz)

Nach der Veröffentlichung des „Gentleman’s Game Manifesto“ (wieder so ein prätentiöser Titel vom geschätzten Redakteur dieser Seite) schickte mir jemand einen Hinweis auf das Werk von Rollo Tomassi, der seit ca. 2000 über Beziehungen zwischen Männern und Frauen schreibt, mit dem Hinweis, das Manifest sei sehr „blue pill“, und ich solle doch mal die „red pill“ kosten.

Also las ich zunächst auf dem Blog „The Rational Male“. Weil ich dauernd unterwegs bin und nicht immer online sein kann, bestellte ich mir das erste Buch von Rollo Tomassi, was im Wesentlichen eine Sammlung von Blogposts ist, aber eben ohne dass ich Elektrizität zum Lesen brauche.



Wie sich herausstellt, ist die rote Pille extrem schwer verdaulich

Das Buch hat bei Frauen extreme Empörung ausgelöst, bei manchen aber auch tiefe Neugier.

Für mich selbst: Ich glaube nicht, dass ich in der Lage gewesen wäre, dieses Buch auch nur häppchenweise zu lesen vor meinem 40. Lebensjahr. Davor hätte ich diese Dosierung an Wahrheit nicht ausgehalten.

In den einzelnen Abschnitten gibt es einen Schlag in den Magen nach dem anderen.

Das Dumme ist nur: Was er schreibt, ist wahr.

Es ist das erste Buch seit langer Zeit, das ich wirklich durchlesen will. Bei den meisten Büchern höre ich nach dem ersten Fünftel auf, weil ich sie langweilig finde. Dieses nicht. Wann immer ich im Zug, im Flieger oder in einem Wartezimmer sitze und nichts arbeite, lese ich weiter. Nach 2 Wochen bin ich immerhin auf Seite 193 (von 284).

Hypergamy

Wie ich bereits über mein Leben als Sugarbaby geschrieben habe, selbstverständlich habe ich Männer benutzt. Sexuell, ökonomisch, strategisch. Deren „Persönlichkeiten“ waren mir herzlich egal, wenn ich das mal ehrlich Revue passieren lasse.

Viel wichtiger: Muskeln, großer Schwanz, reichlich Geld, Zugriff auf Karrierechancen. Natürlich nicht alles in dem gleichen Kerl, aber dafür gibt’s ja eine vielfältige Auswahl. Zum Steak gibt es auch Salat, nur eben NEBEN dem Steak und nicht darin enthalten.

Wie tief entspannend für mich, wenn ich dem Kerl auch egal war. Wir waren auf einer Wellenlänge.

Fuck and forget.

Ich habe die auch reihenweise fallen lassen und mehr oder weniger vergessen. Und, wie Rollo Tomassi es schreibt, all das, was die Kerle in mich „investiert“ hatten an Zeit, Geld, Emotion, Bemühung, mir alles egal.

Wenn was Besseres in Sicht war, dann habe ich das Bessere genommen.

So beschreibt es Rollo Tomassi. Er nennt diese Strategie „Hypergamy“. Nach seiner Theorie ist diese Strategie durch die Evolution in das weibliche Erbgut einprogrammiert.

Keusches Theater

Von den Frauen, die sich jetzt echauffieren, von wegen Schlampe usw., heucheln die meisten.

Ich war lange mit größeren Mädchenbanden unterwegs. Auch die selbsterklärten Hüterinnen der Tugend warfen sich ohne Zögern auf den Rücken, wenn der (für sie im Moment) richtige Kerl daher kam und mit einem großen Schwanz wedelte oder mit seinem Porsche-Schlüssel oder was immer sie gerade geil fand.

Das ganze „Sowas mache ich nicht“, was ich den meisten Männern vorspiele, ist ein Schutzschild, um mir den Pulk sabbernder Betas vom Hals zu halten. Was passiert, wenn ich ehrlich sage „Ich mache das schon, nur MIT DIR nicht“ ? Die armen Kleinen wollen das dann ausdiskutieren. Sie kriegen’s nicht auf die Reihe.

Sie verstehen es nicht. Wobei, „verstehen“ hilft da auch nicht viel. Es ist eine tiefe strukturelle Umstellung in einem Mann, wenn er aus dem Nice Guy heraus will. Die Alphas wenden nicht nur andere „Konversationstechniken“ an.

Sie SIND fundamental anders.

Mir ist das seit jeher unangenehm, so oft Nein zu sagen. Aber es geht halt nicht anders.

Treu, ehrlich und humorvoll

Die drei häufigsten Wörter, die in fast jedem weiblichen Dating-Profil stehen. Angeblich suchen sie nach einem Mann mit diesen Eigenschaften.

Totaler Quatsch.

Treue kratzt nicht. Nicht wirklich. Das Thema eignet sich gut für das eine oder andere Heuldrama, aber lieber einen heißen Kerl miteinander teilen als einen treuen Beta zu haben. Das flutscht einfach nicht so gut.

Ehrlich? Ja, aber bitte nur die „Wahrheiten“, die für mich bequem sind.

Humorvoll? Humor wird völlig überschätzt. Was ist Humor gegen einen richtig harten Schwanz? Oder gegen eine Ferienwohnung auf Fuerteventura?

AFC: Average Frustrated Chump

Die meisten Männer in den nordwestlichen Kulturen, insbesondere in den USA, sind tief hineinhypnotisiert in bestimmte Annahmen und Glauben über Frauen. Bei den Briten ist das nicht so sehr der Fall.

Viele glauben den ganzen Schmonzes, den Hollywood ihnen vorsetzt. Sei nett, sei konstruktiv, sei zutiefst ehrlich.

Ich will gar nicht, dass der Kerl mir immer alles erzählt.

Ich will auch gar nicht, dass er immer nett ist.

In den südöstlichen Kulturen finde ich dominante Männer, die aber oft kein sehr tiefes und differenziertes Verständnis von dem haben, was sie tun. Sie kopieren das Verhalten ihres Umfeldes weitgehend ohne es zu hinterfragen. Ist aber immer noch besser als die Gelee-Kuschelblobs in Deutschland oder der Schweiz.

Und so stolpern die Männer in Westeuropa durch die Gegend.

Gefährlicher Übergang

Und es ist auch so: Der Nice Guy, der versucht, aus dem Märchen auszubrechen, der es aber noch nicht wirklich geschafft hat, sich emotional zu befreien, wird von den frustrierten Furien erbarmungslos zerfetzt, sowie er sich den geringsten Fehltritt leistet.

Der echte Alpha, der es geschnallt hat, wird so gut wie nie ernsthaft angegriffen. Da spielen die Frauen vielleicht beleidigt, aber in Wirklichkeit ist der viel zu heiß, um vom Markt geräumt zu werden. Den teilen wir uns auch zu zehnt.

Die frustrierten Furien würden mich auch sofort als Hexe verbrennen, wenn sie mich eindeutig erkennen könnten. Die Wahrheit über weibliche Spielchen ist die größte Bedrohung für sie.

Fazit zu Rollo Tomassi

Die Welt ist zutiefst verlogen und heuchlerisch.

Und es sind männliche Ideale und Stärken, denen wir es verdanken, dass es in manchen Teilen der Welt etwas weniger verlogen und heuchlerisch zugeht, zumindest in Teilbereichen.

Ich empfehle allen, die einen starken Magen haben: Lesen!

 

Titelbild: digipictures

 

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Arielle

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Arielle ist Jahrgang 1977, Widder mit Aszendent Schütze und arbeitet im Event-Bereich. So viel hat sie uns erlaubt, preiszugeben. Ihre Artikel schreibt sie gewöhnlich auf Flughäfen und in Bahnhöfen auf Geschäftsreise. Das Profilfoto zeigt nicht Arielle, sondern ist ein Modelfoto, geschossen von claudioscotece.
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6 Kommentare

  1. Rollo Tomassi, der unter seinem echten Namen in den USA einen Spirituosenhandel betreibt, ist angetreten, um zu erklären, WARUM bestimmte psychologische Mechanismen im Pickup, im „Game“ funktionieren. manchmal wird er etwas extrem, wie ich finde.

    • Hallo Jimmy Bondy, danke für die zusätzlichen Infos. In wie fern wird Rollo Tomassi extrem? Ich finde manche seiner Schlussfolgerungen möglicherweise voreilig.

  2. Auch ich bin ein Fan von Herrn Tomassi, auch wenn seine Artikel manchmal recht düster sind und habe schon oft über seine Thesen in meinem Blog berichtet.

    Ich werde auch diesen Text einmal aufgreifen.

    Dass die Briten weniger Beta sind, kann ich nicht bestätigen. Dort ist das alberne „Gentleman“ Verhalten, was Beta Verhalten ist, noch viel verbreiteter als in den USA.

    • Hallo Henry, vielen Dank für den Kommentar. Unter den jüngeren Briten, mit denen ich zu tun hatte, ist mir das nicht so aufgefallen; die fand ich recht tough.

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  1. Red Pill: Wie schlimm ist es wirklich? - Alternative Lebensweisen

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