Ein Name, der mir über die Jahre hinweg immer wieder begegnet ist: Art Reade.

Allem voran: Ich habe selbst keinerlei Seminare bei Art Reade belegt und habe ihn auch nie getroffen. Alles in diesem Artikel basiert auf Hörensagen.

In seinen Werbematerialien wird immer wieder seine „indianische Herkunft“ erwähnt. Manche behaupten, das sei erfunden. Ich glaube nicht, dass es erfunden ist, und vor allem finde ich es irrelevant. Mich interessiert nicht, wo der Mann herkommt. Mich interessiert, ob er in seinen Trainings gute Resultate erzielt.

Wenig konkrete Aussagen

Im Netz habe ich nur wenig gefunden. Die Erfahrungsberichte dort weisen für mich in eine ähnliche Richtung wie beim Training THE EVENT: Viele brauchbare, gute Inhalte, gemischt mit missbräuchlichen Einmischungen und Projektionen, die dann als „liebevolle Konfrontation“ verkauft werden.

Ein Paar, das ich auf einer Schwitzhütte in Dübbekold traf, sagte mir gegenüber, sie seien vor kurzem bei Art Reade gewesen und es sei großartig und lohnend gewesen. Leider habe ich aus den beiden nichts Konkretes herausbekommen.

Insbesondere erfahre ich gerne, was denn nun genau besser ist als vorher. Da kam aber auch nichts.

Drei Bekannte von mir, ein Mann und zwei Frauen, waren zu verschiedenen Zeitpunkten, um die 1990er herum, auf Trainings von Art Reade.

Alle fanden es gut.

Das Genaueste Zeugnis kam von einer alten Freundin: „Mein Herz war wieder offen, ich konnte wieder fühlen. Ich habe schon damals das Haus vorhergesehen, in dem ich jetzt wohne. Art Reade habe ich als sehr verantwortlich erlebt. Umso irritierter war ich, als er versuchte, mich ins Bett zu kriegen.“

Auch, dass Seminarleiter versuchen, Teilnehmerinnen ins Bett zu kriegen, finde ich weder neu noch dramatisch. Wer nicht will, sagt nein.

Und worum denn das ganze Geheimnis?

Was bei Art Reade ist es denn nun, was diese extreme Geheimhaltung erfordert?

Befürchtet er, die Techniken seien so sensationell großartig, dass jemand sie kopiert?

Befürchtet er, dass herauskommt, dass die Seminare doch nicht so toll sind?

Eine Übung, die angeblich von Art Reade stammte, war, ein paar Fremden jeweils eine D-Mark zu schenken.

Ich habe diese Übung im Rahmen eines „Geld-Seminars“ absolviert und fand sie nicht sehr dramatisch.

Art Reade, die Psycho-Sekte?

Und, betreibt Mr. Reade eine Sekte?

Im Jahre 1997 war Art Reade dem Berliner Schulsenat immerhin über eine Seite (74) in einem Sekten-Infoblatt wert, ausgerechnet zwischen Landmark Education und Scientology.

Offensichtlich muss man nicht viel tun, um in einem solchen Bericht zu landen. Wenn ich bedenke, dass James Corbett, ein kleiner bleicher Journalist, es angeblich auf eine Terror-Watchlist geschafft hat, ist es ein deutlich kürzerer Weg von Selbsthilfe-Seminaren in eine Sektenliste.

Nach dem, was ich so gehört habe, erscheint mir die Arbeit von Art Reade nicht als Psycho-Kult oder als gefährliche Sekte.

Das übliche Tüdelüt im Human Potential

Wie in weiten anderen Teilen der Selbsterfahrung, kommen auch aus dem Lager Art Reade ein paar Äußerungen, die ich bestenfalls für unzutreffend halte.

Darunter die Behauptung, Krebs sei „nichts weiter als eine Entscheidung“.

Ich denke, auch wenn er vielleicht Gutes bewirkt, braucht Mr. Reade nebenbei dringend Fortbildungen zu medizinischen Themen und zu Physik.

Oder ich brauche Fortbildung zu transzendentaler Medizin, kann natürlich auch sein.

Fazit zu Art Reade

Ich habe kein Urteil über Art Reade.

Ich hätte wohl auch keins, wenn ich bei ihm gewesen wäre.

Wenn’s organisatorisch für alle Seiten passt, schaue ich mal vorbei.

HAVE FUN!

 

Titelfoto: WikiImages

 

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.