Alternatives Wohnen: Wohnmobil als Erstwohnsitz

Bei meiner lange Suche nach niedrigpreisigen Wohn-Optionen stieß ich auch auf die Möglichkeit, ein Wohnmobil zu kaufen, auf einen Campingplatz zu stellen und als Erstwohnsitz anzumelden.

Stellplatzmiete statt Wohnungsmiete

Anstatt eine mehr oder weniger teure (in deutschen Städten meist mehr) Wohnung zu mieten, kauft man einmalig ein Wohnmobil.

Das freie Wohnen auf einem beliebigen Parkplatz ist in Deutschland derzeit (Stand: März 2017) nicht erlaubt. Aber man kann auf einem Campingplatz einen ganzjährigen Stellplatz mieten und manche Campingplätze erlauben dort sogar, einen Erstwohnsitz anzumelden.

Und das geht wirklich?

Eine gewisse Anzahl der Menschen in Deutschland und in der Schweiz lebt bereits auf diese Weise.

Bis 2015 war das Meldegesetz Ländersache, zum 01.11.2015 wurde es verschärft. Seitdem ist die Rechtslage für Wohnmobile als Erstwohnsitz wohl nicht ganz klar. Eine lebhafte Diskussion hierzu gibt es auf lebenimwohnmobil.eu. Wikipedia gibt Auskunft zum Thema „Dauercamping“.

Tenor ist, dass Dauercamping wohl von vielen Behörden geduldet wird, aber im strengen Sinne des Gesetzes „nicht statthaft“ ist (Stand: März 2017).

Die Gesetzesänderung ist relevant; in älteren Forenbeiträgen wird über die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern geschrieben, die jetzt natürlich sehr viel geringer sind.

Wie sich dies auf das Tiny House und insbesondere die Tiny House University auswirken wird, da bin ich nicht sicher.

Ein Bekannter von mir lebt seit Jahren auf dem Grundstück eines Resthofes in einem Wohnmobil. Er gehört zu den kreativsten und ausgeglichensten Leuten, die ich kenne. Er hat aber auch eine feste Meldeadresse, die an die Immobilie des Resthofes gebunden ist, von dem er auch Miteigentümer ist.

Dauerleben im Wohnmobil: Kosten

Man kann ein Wohnmobil relativ günstig gebraucht kaufen.

Bei meiner Recherche am 14.03.2017 fand ich akzeptable Angebote zwischen 9.000,00 und 25.000,00 EUR. Auf 20 Wohnjahre verteilt, ist das monatlich nicht viel.

Dazu kommt natürlich Instandhaltung und Treibstoff, wenn man das Wohnmobil bewegen will.

Ebenfalls dazu kommt die Stellplatzmiete und im Falle des Dauercamping Müllgebühren der Gemeinde, Grundsteuern usw. Das summiert sich aber, je nach Lage, auf weniger als 200,00 EUR monatlich.

Sicherheit im Wohnmobil

Wie bereits im Artikel über alternative Wohnformen im Allgemeinen angemerkt, in ein Wohnmobil ist schnell eingebrochen. Man kann darin auch schnell überfallen werden.

Es ist also kein sicherer Aufbewahrungsort für Wertgegenstände, also noch unsicherer als eine Wohnung.

Beweglichkeit mit dem Wohnmobil

Es liegt in der Natur des Wohnmobils, dass ich damit umherfahren kann.

Für einen neuen Wohnort muss man, zumindest in Deutschland, allerdings erst einen neuen Bestimmungsort finden, an dem man dann wieder den gesamten Behörden-Klimbim erledigen darf.

Im United Kingdom ist dies, ohne Meldepflicht, sehr viel einfacher.

Aus einem anderen Grund spielt Beweglichkeit auch eine Rolle: Campingplätze liegen oft nicht gerade mitten in der Stadt. Wenn man also keine Möglichkeit hat, remote zu arbeiten und auf Arbeit in der Stadt angewiesen ist, kann das Pendeln sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Fazit zum Wohnmobil als Erstwohnsitz

Für mich persönlich ist die Rechtslage zu unklar.

Ich mag auch eine „richtige“ Wohnung lieber, wobei ich mir das Leben in einem nicht allzu großen Holzhaus noch vorstellen kann.

HAVE FUN!

Das Bild wurde freundlicherweise auf wikimedia commons vom Nutzer Will Crittenden in die Public Domain überlassen.

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.

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