Immer wieder lese ich, dass Menschen sich vom traditionellen Lebensmittel-Einzelhandel abwenden wollen.

Teilweise, weil ihnen das Geschäftsmodell nicht gefällt. Teilweise, weil sie finden, dass zu viel Verpackungsmüll erzeugt wird. Teilweise, weil sie den Erzeugern nicht trauen.

Also habe ich mir das mal näher angesehen.

Erste direkte Erfahrungen mit dem Thema habe ich gemacht, als mein kamerunischer WG-Mitbewohner, über den ich an anderer Stelle berichtet habe, mir Salat aus seinem eigenen Schrebergarten mitbrachte. Der Salat wahr spektakulär im Vergleich zu dem Wasser-Gummi-Gemisch, das ich sonst im Supermarkt erhalte.

  • Ist es eine gute Idee, Nahrungsmittel selbst anzubauen?
  • Bringt das weniger Umweltbelastung? Ist es billiger als Essen aus dem Supermarkt?
  • Erhöht es auf andere Weise die Lebensqualität?
  • Wie geht das überhaupt?

Dabei sind mir folgende gezielte Fragen eingefallen:

  1. Was brauche ich für eine ausgewogene Ernährung, zumindest eine Ernährung, die für mich gesund ist?
  2. Welche Nahrungsmittel brauche ich dafür? Was davon kann ich überhaupt selbst anbauen? Müsste ich etwas dazukaufen?
  3. Welche Fläche habe ich zur Verfügung? Welche Bodenqualität habe ich da? Welches Wetter herrscht vor?
  4. Welchen Zeithorizont plane ich ein?

All das brauche ich erstmal als Ansatz, um überhaupt sinnvoll loslegen zu können.

Man kann natürlich auch ohne Plan loslegen.

Gesunde Ernährung

Hier gibt es eine ganze Reihe Theorien, Lehren, Erfahrungsberichte und Ideologien.

Ein Ansatz ist die Makrobiotik, die nach meinen Erfahrungen zumindest nicht ganz verkehrt ist.

Von mir selbst weiß ich, dass ich wenig Fleisch brauche und viel Grün und Gemüse.

Ein erster Einstieg ist möglicherweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die zahlreiche wissenschaftliche Studien und Berichte zur Verfügung stellt.

Gerade zum Thema Ernährung habe ich bisher so viel Unterschiedliches gehört, dass ich mich auf eine einzelne Quelle nicht mehr verlassen würde.

Ganz sicher wird es für mich selbst nicht reichen, ausschließlich Möhren anzubauen. Kartoffeln würde ich wahrscheinlich ganz weglassen, dafür reichlich Kohl wachsen lassen.

Welche Nahrungsmittel?

Wenn ich weiß, welche Nährstoffe ich brauche, kann ich recherchieren, welche Nahrungsmittel diese Nährstoffe besonders gut liefern.

Vielleicht habe ich auch besondere Vorlieben, unabhängig vom Nährwert. Ich liebe zum Beispiel das asiatische Gemüse Pak Choy, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob das in Deutschland wachsen würde. Ich weiß aber nicht, wie gesund es ist.

Und, könnte ich das anbauen? Wenn ich Ananas-Liebhaber bin, könnte ich von den Anbauergebnissen in Norddeutschland enttäuscht sein.

Die verschiedenen Pflanzen brauchen sehr unterschiedliche Arten und Ausprägungen von Pflege. Während die Stachelbeeren im Garten meiner Großmutter einfach vor sich hin wuchsen, benötigen andere Nährpflanzen mehr Einsatz.

Das führt dann zu der Frage, ob ich es zeitlich schaffe, mich um meine eigene Farm zu kümmern.

Wahrscheinlich werde ich Geld oder zumindest Tauschwerte erwirtschaften müssen, um einige Dinge hinzu zu kaufen, insbesondere Gewürze.

Fläche, Bodenqualität und Wetter

Nicht alles wächst auf jedem Boden.

Wer herausragende Erträge auf mittelguten Böden erwirtschaftet hat, in mittelgutem Wetter, ist die Findhorn-Gemeinde in Schottland.

Welchen Zeithorizont plane ich ein?

Was gerne mal vergessen wird: Handeln braucht Zeit.

Pflanzenwachstum braucht Zeit.

Schaffe ich das neben meinem Beruf?

Oder, wenn ich meine Berufstätigkeit aufgebe, kann ich wirtschaftlich überleben?

Und jetzt?

Jetzt könnte ich loslegen.

Erstmal haufenweise Informationen sammeln. Dann Pläne machen, Pläne mit erfahrenen Anbauern diskutieren, Pläne anpassen.

Eigene Erfahrungen sammeln.

Eine sehr gute Anleitung mit Detailplan habe ich im wikihow gefunden.

HAVE FUN!

 

Titelbild: publimode

 

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.