Alternative zum Bankguthaben: Investieren in Edelmetalle

Gast-Artikel von Alan Smithee

Währungen kommen und gehen, seit Jahrtausenden. Papiergeld wird von den Inhabern der Währungshoheit immer weiter aufgeblasen, bis der Ballon platzt, auch das seit Jahrtausenden.

„Papiergeld kehrt irgendwann zu seinem wahren Wert zurück: Null“ (Voltaire)

Die D-Mark war eine der wenigen Währungen, die nicht geplatzt ist. Der Schweizer Franken wird zumindest bisher (Stand: Dezember 2017) intelligent genug gehandhabt, dass ihm das Platzen noch eine ganze Weile lang erspart bleiben könnte.

Seitdem Papiergeld nicht mehr durch Edelmetalle gedeckt ist, hat es keinen Wert mehr. Solange die Währung einigermaßen sinnvoll gehandhabt wird, ist sie ein Abbild der Produktivität des Wirtschaftsraumen, in dem sie eingesetzt wird.

Die Produktivität der verschiedenen Wirtschaftsräume in der Euro-Zone ist sehr unterschiedlich, was ein Grund ist, weshalb der Euro nicht funktioniert.

Also:

Warum in Edelmetalle investieren?

Gold ist in seinem Tauschwert seit Jahrtausenden stabil. Seine Kaufkraft wächst mit der tatsächlichen Produktivität. Gold wurde durchgängig als Zahlungsmittel akzeptiert, es ist die einzige seit Langem gültige Weltwährung.

Auch wenn der Preis erheblich schwankt, ist Gold zu keinem Zeitpunkt gänzlich wertlos geworden, und das ist auch nicht zu erwarten.

Gerade Gold eignet sich zur langfristigen Wertaufbewahrung. Gold ist nicht der Inflation unterworfen, da es von Menschenhand (jedenfalls bisher; Stand Dezember 2017) nicht vermehrt werden kann. Es ist auch nicht den gleichen Schwankungen unterworfen wie Aktienkurse.

Gewöhnlich war es in der Vergangenheit oft so, wenn die Wirtschaft insgesamt sich nach unten bewegte, stieg der Goldpreis.

Im Gegensatz dazu bleibt der Wert von Papiergeld instabil. Eine Währung kann schnell entwertet werden oder aus anderen Gründen verschwinden. Seit 2008 wird immer mehr Geld gedruckt bzw. elektronisch erzeugt, das keinerlei realen Gegenwert hat.

American SIlver Eagle; Bild: US Gov; Public Domain

Andere Edelmetalle

Andere Edelmetalle zum Investieren sind z.B. Silber, Platin und Palladium. Diese finden auch in der Industrie Verwendung, und das garantiert eine stetige Nachfrage.

Allerdings steigt und fällt hier der Preis mit der Gesamt-Wirtschaftslage, anders als beim Gold, dessen Preis sich eher gegenläufig zur Gesamtlage verhält.

Jedoch behalten auch diese Edelmetalle einen gewissen Wert, unabhängig von der Situation der Industrie, allein wegen ihrer Seltenheit.

Dividenden gibt es allerdings nicht, für gar kein Edelmetall. Da Edelmetalle nichts herstellen, können sie keine Gewinnanteile erwirtschaften. Gewinne können, wenn überhaupt, nur durch Preissteigerungen und Verkauf zum passenden Zeitpunkt erzielt werden.

Da die Schwellenländer möglicherweise ihre Produktion erhöhen werden, kann es hier zu erhöhter Nachfrage von Industrie-Edelmetallen kommen.

Gold, Silber, Platin und Palladium kann man physisch als Barren kaufen. Gold und Silber außerdem in einer großen Auswahl von Münzen, die anderen beiden eher eingeschränkt.

Münzen: Materialwert und Sammelwert

Bei Gold und Silber gibt es Bullionmünzen, deren Wert hauptsächlich aus dem Material stammt.

Dazu gibt es Sammelmünzen, deren Marktwert aus der Nachfrage der Sammler entsteht. Im Falle einer wirtschaftlichen Krise wird der Sammelwert aber eher in den Hintergrund treten, deshalb empfehlen sich aus Sicht des Anlegers eher Bullionmünzen.

Sammlermünzen können attraktiv sein zu wirtschaftlich stabilen Zeiten, wenn der Käufer sich extrem gut mit den Münzen auskennt.

Bei allen Münzen kommen zum Materialwert immer mindestens die Herstellkosten, so dass kleinere Münzen im Verhältnis natürlich teurer sind als größere.

Folgekosten: Aufbewahrung

Physische Edelmetalle sind eine lohnende Anlage. Der Anleger sollte dabei nicht vergessen, dass es ihn wiederum Geld kostet, die Münzen zu verwahren und vor allem zu sichern. Münzen und Barren aus Edelmetallen sind schnell mal geklaut, selbst aus einem Tresor.

Welche Mengen Edelmetalle sollte ich kaufen?

Generell als Richtwerte werden empfohlen:

  • 10% bis 25% des Vermögens in Edelemetalle investieren, maximal 50%
  • Silber: Das eigene Körpergewicht, bei Gold 2% des eigenen Körpergewichts

Anfang Dezember 2017 liegt das Preisverhältnis bei Bullionmünzen Gold zu Silber bei etwa 66:1; historisch ging man von 15:1 aus.

Wie investiere ich in Edelmetalle?

Eine Option ist der Kauf physischer Münzen und Barren. Die Münzen sind auch schön anzuschauen und anzufassen.

Ich muss mich immer wieder beherrschen, meine heißen kleinen Fettfinger von den Münzen zu lassen, denn auf die Dauer kann das zu Wertminderungen führen.

Eine andere Möglichkeit sind Zertifikate.

ETF und ETC

Schweizer Goldbarren; Bild: Public Domain

In Deutschland sind (Stand Dezember 2017) nur ETC erlaubt, Exchange Trade Commodities. Dies sind Zertifikate auf Gold.

In anderen Ländern gibt es die Exchange Trade Fonds, die ähnlich funktionieren wie Aktienfonds.

Eine mögliche Informationsquelle ist hier: https://www.justetf.com/de/

Ebenso kannst Du natürlich Anteile von Unternehmen erwerben, die Edelmetalle schürfen.

Nach Plan

Wie bei jeder Art Geldanlage, Investition oder Sparplan empfiehlt es sich auch hier, nach Plan vorzugehen und z.B. monatlich oder quartalsweise eine bestimmte Summe oder einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens zu investieren.

Monatlich 15% von Deinem Netto, und nach 5 Jahren hast Du eine gute Grundlage.

Da der Wert der Edelmetalle in USD bestimmt wird, lohnt es sich auch, den Wechselkurs zu beobachten und günstige Gelegenheiten zu nutzen.

Oder beobachte einfach die Kaufpreise unter gold.de

anonym

Solange es noch Bargeld gibt, kannst Du kleinere Mengen Edelmetalle bar und anonym kaufen. Nicht bei jedem Händler, frage also vorher nach.

Besitzverbot von Gold

Ein Besitzverbot von Gold (Goldverbot) wird meist von Regierungen erlassen, wenn sich Staaten in einer Währungskrise befinden. Ein Goldverbot bedeutet ein privates Handels- und Besitzverbot für das Edelmetall Gold. Hierbei legt eine Regierung gesetzlich fest, dass privater Goldbesitz an staatlichen Annahmestellen abgegeben und gegen Landeswährung eingetauscht werden muss.

Wer ein Goldverbot fürchtet, sollte historische Münzen kaufen, keine Barren. Sehr alte Münzen waren aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung bisher immer von einem Goldverbot ausgenommen. Zu empfehlen ist das Schweizer Vreneli, welches allerdings wiederum den Nachteil hat, dass es Stand Dezember 2017 nicht auf der Liste der anerkannten Anlagemünzen steht und somit 19% Umsatzsteuer unterliegt.

Silber war, dank seiner wichtigen industriellen Bedeutung, noch nie verboten!

Abschließende Bemerkung zum Thema Edelmetalle

Mache nicht den Fehler, Deinen Wohlstand in Geld zu messen und schon gar nicht in irgendeiner Währung.
Währungen kommen und gehen, sind in der Geschichte bereits etliche Male gekommen und gegangen, und das geht auch weiter so.

Der Wohlstand einer Nation kommt nicht aus ihrem Geld. Der Wohlstand kommt aus Produktivität, hochwertiger Infrastruktur und hochwertigen Beziehungen.

Und unser persönliches Gefühl von Erfüllung und Wohlstand kommt aus unseren zwischenmenschlichen Beziehungen.

Gutes Gelingen!

Titelbild: US Government, Public Domain

American Silver Eagle: US Government, Public Domain

Goldbarren: wikimedia commons, Public Domain

 

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Alan Smithee

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Alan Smithee ist ein Künstlername, der auf unserem Blog männlichen Autoren zur Verfügung steht, die anonym veröffentlichen wollen. Die Idee stammt von dem gleich lautenden Pseudonym, welches Hollywood für Regisseure bereit hielt, die sich von der Endfassung ihres Films distanzieren wollten. Das icon ist von openclipart.
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