Die hohen Mieten in den Städten bringen immer mehr Menschen dazu, andere Wohnlösungen zu finden. Eine davon ist das Wohnen im Bauwagen.

Die Lösungen für das Leben auf wenig Raum haben sich vor allem dort entwickelt, wo Platz knapp und teuer ist.

Siehe z.B.: Hotels in San Francisco, Amsterdam und in japanischen Großstädten, Wohnungen in Hongkong. New York City nur zum Teil, vorherrschend in Manhattan, aber auch dort nicht überall.

Es heißt, in Tokio leben sogar Paare gemeinsam auf 18 Quadratmetern.

Eine ganze Kultur um das Wohnen auf engem Raum hat sich in den USA entwickelt. War es früher nur der „weiße Abschaum“, der in Trailer-Parks wohnte, so ziehen immer mehr junge Menschen in Ausbildung in Kleinst-Behausungen.

Motiv Nr. 1: Geld sparen

Studieren in den USA ist sehr teuer. Wer also unbedingt studieren will, versucht, am Wohnen zu sparen.

Online hat sich eine echte Trendbewegung entwickelt, in der Kleinst-Behausungen diskutiert, optimiert und gehandelt werden. Es werden sogar Baupläne für den Eigenbau angeboten.

In den USA, wo es keine zentrale Meldepflicht gibt, sind Kleinhäuser auf Rädern sehr beliebt. Wenn also der Job woanders hin ruft, wird umgezogen im wahrsten Sinne des Wortes: Das Haus wird an den neuen Ort gezogen.

Motiv Nr. 2: Ökologie

Kleiner wohnen heißt auch: Weniger heizen, weniger Zeugs insgesamt.

Das heimische Downsizing passt zum Trend des Minimalismus.

Wohnen im Bauwagen

Eine Form der Behausung, die bereits fertig ist und nur noch eingerichtet werden muss, ist z.B. ein Bauwagen.

Was die Inneneinrichtung angeht, da gibt es wahre Künstler. Küche, Waschmaschine, Dusche können sehr ästhetisch integriert werden. Wer da Unterstützung sucht, kann sich z.B. den Ratgeber von Ulrich Dolde besorgen.

Anregungen gibt’s auch aus der Gestaltung der TinyHouses, z.B. bei der Tiny House University.

In Deutschland ist das Ganze etwas komplizierter wegen der zentralen Meldepflicht. Sehr intensiv damit auseinandergesetzt hat sich Sebastian Kühn von wirelesslife, den wir bereits im Artikel über die Digitalen Nomaden vorgestellt haben, in einem Post über Melde-Optionen.

home is where the bed is

So ein Bauwagen ist im Prinzip ein Kasten auf Rädern. Um ihn wohnlich zu gestalten und um im deutschen Winter (oder im Hamburger Sommer, höhöhö…) darin warm und trocken genug zu bleiben, braucht es etwas Arbeit.

Drinnen ist wenig Platz, und den gilt es geschickt zu nutzen.

Wem es vor allem um die ökologische Seite geht, den wird das Ausbauen und Dämmen etwas mehr kosten.

Kann ich das alleine finanzieren?

Das Bautagebuch von Moritz Klenk bietet wertvolle Anregungen.

Nachhaltig auf kleiner Fläche

Solarzellen auf dem Dach können etwas Elektrizität liefern (in Hamburg wohl weniger als in Madrid).

Das Wasser kann, wie im Earthship, nach dem Duschen und Abwaschen in der WC-Spülung nochmals verwendet werden.

Man kann natürlich mit Gas oder Holz kochen, wenn man nicht so übervorsichtig ist wie ich.

Mehr lernen von den Experten

Auf Kleinst-Behausungen spezialisiert hat sich die Seite tiny-houses.de, die auch die Anregung für diesen Artikel geliefert hat.

Dort gibt es viel mehr zielgerichtete Informationen für den, der in so ein Mikro-Heim ziehen möchte.

 

Das Titelbild wurde freundlicherweise vom Nutzer Terraformer1 auf wikimedia commons in die Public Domain überlassen.

 

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Alexander

Controller, Dozent bei AME Fortbildung und Controlling UG (haftungsbeschränkt)
Seit 1998 freier Controller, seit 2010 zusätzlich als Dozent im Rechnungswesen unterwegs. Schreibt über alles Mögliche.